Dezember (I)
the whalerider

Gisborne-Napier-Wellington - Familienbesuche

Nicht Leichen, sondern Bill und Jan's Familie pflastert unseren Weg...die Raeder und das Gepaeck im Allradjeep von John & Andrea untergebracht und los ging's von Toku Richtung Sueden...Warum mit dem Auto? Die Schafweiden, Obst- und Weinanbaugebiete zwischen Gisborne und Wellington sowie die befahreneren Strassen erscheinen uns weniger attraktiv als Teile der Suedinsel, wo wir gerne mehr Zeit verbringen wollen. Unser erster Stop heisst Gisborne. Die erste Stadt seit einigen Wochen. Vorraete aufstocken, mal wieder einen Cappuchino schluerfen, Lara und Jona mal wieder die Buecherei durchwuehlen lassen...Bill's Schwester Lorna & Trevor mit Tochter Juliette gewaehren uns auf ihrer Farm unweit der Stadt Unterschlupf. Naechstes Ziel ist Napier, eine Kleinstadt, die Anfang des 20. Jh. durch ein Erdbeben zerstoert wurde und deshalb fast vollstaendig im Jugendstil wiederaufgebaut wurde. Wir werden von Richard, einem Koelner Mitarbeiter des lokalen Touristeninformationszentrums, warm empfangen; er hatte durch den Artikel im Koelner Stadtanzeiger ueber uns erfahren und mit uns Kontakt aufgenommen...unter anderem organisiert er uns eine Freifahrt zur nahen Toelpelkolonie (gibt's hier auch wenn nicht Karneval ist :-)). Diesmal oeffnen uns Jan's Bruder Ross & Lynn samt ihren drei Jungens ihr Haus. Wie es der Zufall will, singt er in einem Barbershop Quartett; so komme ich sogar in den Genuss einiger gemeinsamer Klaenge...weiter geht's nach Wellington (zu Jan's Bruder Peter & Sue & Claire), wo wir allerdings nur kurz verweilen...nach der ganzen Zeit in ruhigeren Gefilden reizen besonders Lara, Jona und Frank das Stadtleben nicht besonders...Obwohl Jona und Lara aus dem Nationalmuseum Te Papa kaum wieder heraus zu kriegen sind.

Von der Hauptstadt Richtung Sueden

Die Faehre bringt uns von der Nord- auf die Suedinsel, von 400000 EW in Wellington zu 4700 EW in Picton, vom Stadtgewimmel zur Dorfruhe und das war gut so! Picton liegt inmitten der Marlborough Sounds, einem Labyrinth von Inseln und Meeresarmen. Kleine Strassen winden sich entlang der Kueste, Regenwaelder wechseln sich mit Ergebnissen der Zivilisation - Schafweiden und "Wirtschaftswaeldern" (vollstaendig abgeholzte, kahle und wiederaufgeforstete Monokulturen) ab und Regen mit Sonne.Wir sammeln Miesmauscheln und Austern, Lara und Jona entdecken mit Begeisterung was da kreucht und kriecht, heben jeden zweiten Stein hoch und freuen sich ueber Krebse, Seesterne, kleine Fische...wir strolchen am Strand herum, klettern ueber Felsen, laufen durch dichten Busch...die Natur umarmt uns!! Mal im Zelt, mal im Backpacker Hostel, wunderbar gelegene Plaetze, die schneller per Wassertaxi als per Auto zu erreichen sind. Hier feiern wir Laras Geburtstag mit einem Schoko-Moehren-Smartie-Kuchen und vielen Briefen von Omas & Poas und Freunden, die auch Anjas und meine Augen leuchten und Herzen gluehen lassen. Luftballons und -schlangen sollten Geburtstagstimmung verbreiten, doch Topfschlagen zu viert war wohl doch nicht ausreichend Kindergeburtstag...die Party holen wir nach! Das abendliche Lagerfeuer kompensiert etwas...

biking South...

Mit dem Wassertaxi bewegen wir uns aus den Sounds in weniger als einer Stunde zurueck in die Welt der befestigten Strassen; fuer den Hinweg hatten wir uns drei Tage ueber Schotterstrassen "genussgequaelt". So langsam haben wir das Gefuehl der Sommer beginnt...die Mittagszeit schreit nicht mehr sonderlich nach radeln...die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 35 gehoert zur taeglichen Morgentoilette. Weiter gen Sueden kommen wir durch die groesste Weinanbauregion Neuseelands: "Marlborough". Wir radeln stundenlang durch Weinfelder; Berge zum Sonnenfangen sind hier nicht notwendig. Die Kehle wird langsam trocken...jaaaaaa, in der Ferne glitzern uns die ersten Schneereste auf den Bergen entgegen, welch Anblick! Am Strassenrand gibt's die ersten pflueckfrischen Pfirsiche zu kaufen; das erste Kilo erfrischt uns direkt vor dem Stand; mit safttriefenden Fingern kaufen wir gleich ein weiteres...die Regenarmut der Gegend wird immer deutlicher je weiter wir an der Ostkueste nach Sueden vordringen. Wir durchfahren weite Grashuegel; die vom Wind bewegten Graeser vermitteln den Eindruck eines goldenen, huegeligen Meeres, schoen! Weitere Schneeberge tauchen am Horizont auf...wir uebernachten in einer Radlerherberge auf einer Farm und legen einen Tag Pause ein. Aber Erholung gibt's natuerlich keine :-)) Eine nahe Schlucht will erkundet werden...durch's Wasser waten wir, krachseln ueber Felsen, erfrischen uns in Badegumpen; Lara und Jona wandern problemlos drei Stunden.

Kaikoura: Wale, Robben und Delphine

Die Strasse windet sich wieder entlang der Kueste, links das vom Tuerkisen bis ins Tiefblaue changierende Meer, rechts die ueber 2000 m hohen Berge der Kaikoura Range. Dank des starken Rueckenwinds stellen wir heute mit 74 km einen Strecken- und mit 72,9 km/h einen Geschwindigkeitsrekord auf. Am naechsten Tag erreichen wir endlich Kaikoura! "Kai" - Essen auf Maori - und "Koura" - Languste - lassen's erahnen: viel Leben im Meer. Die ersten Pelzrobben begegnen uns schon kurz vor Kaikoura; direkt neben der Strasse eine Robbenkolonie, wo wir eine stundelang sitzen und die Tiere aus 10 m Abstand beobachten koennen. Jona ist gluecklich...noch gluecklicher werden er und wir auch am naechsten Tag...Wale! Vor Kaikouras Kueste geht es direkt ueber 1000 m in die Tiefe, dazu ein ansprechendes Angebot auf der Speisekarte des oertlichen Walrestaurants lassen verschiedene Sorten von Walen und Delphinen hier zu bestimmten Jahreszeiten vorbeiziehen bzw. sich tummeln. Mit 40 anderen Menschen gehen wir auf die Walsuche...und erwischen wohl einen guten Tag: 4 Pottwale und 3 Orcas zeigen sich uns. Ein phantastisches Erlebnis!! Wir sind ganz eingenommen von der Groesse und Gewaltigkeit der Tiere, von denen man doch nur einen Bruchteil ueber der Wasseroberflaeche sieht...und auf einmal taucht er ab und "winkt" noch mit der Schwanzflosse :-))

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...und hier gibt’s noch mehr Bilder.